Worte unseres Pfarrers Detlef Pötzl zur Fastenzeit

Liebe Mitglieder unserer Gemeinden,
liebe Schwestern und Brüder,
die Fastenzeit lädt uns ein, bewusst auf das Leben und auf die Lebensgewohnheiten zu schauen. Die Aufforderung Jesu hallt dabei nach: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“. Wenn man die Nachrichten verfolgt und das Weltgeschehen bedenkt, dann wird uns bewusst, dass die Umkehr dringend notwendig ist und dass für uns als Christinnen und Christen eine Neuausrichtung auf Gott immer wieder sinnvoll ist.
Klima, Kriege, Hunger: Die Krisen unserer Tage führen uns vor Augen, wo Schwachstellen unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen liegen. Gott vertraut uns Menschen die Schöpfung an. Sie ist Gabe und Aufgabe. Sie ist Geschenk und in unsere Verantwortung gelegt. Wir selbst sind Teil der Schöpfung und stehen in wechselseitiger Beziehung mit ihr. Ein verantwortlicher Umgang mit der Schöpfung und der liebevolle Blick zum Nächsten gehört zum We-senskern unserer christlichen Grundausrichtung. So kommen wir als Christinnen und Christen nicht umhin, uns dafür einzusetzen, dass ein respektvolles, wechselseitiges Miteinander der gesamten Schöpfung, Menschen und Natur, möglich ist.
In der Enzyklika „Laudato si“ beschreibt Papst Franziskus den Zusammenhang zwischen den äu-ßeren Wüsten, die wachsen, weil die innere Leere sich ausbreitet. Es stellt sich die Frage, wie wir einen Beitrag leisten können, damit unsere Welt heil bleibt und wir das Heilige, das, was nicht verfügbar ist, respektieren? Wir brauchen Menschen, die Lust auf diese Veränderungen haben und sie mit Leidenschaft vorantreiben. Darauf weist auch die diesjährige MISEREOR-Fastenaktion hin. Frauen aus Madagaskar, dem diesjährigen Partnerland der Aktion, stellen fest, wie wichtig für ihr Leben der gesellschaftliche Wandel ist. Die Gesellschaft in Madagaskar ist größtenteils geprägt von einer strukturellen Benachteiligung der Frauen. MISEREOR-Partner schaffen die Rahmenbedingungen und geben Unterstützung, um diesen Strukturen entgegen-zuwirken. Sie begleiten Frauen dabei selbst Entscheidungen über ihr Land sowie ihre Haushaltsaufgaben zu treffen und engagieren sich dafür, mit dem Betrieb von informellen Vorschulen eine Brücke zu den formalen Grundschulen zu schlagen. Sie ermöglichen dadurch die Alphabetisierung von Kindern, sowie die Förderung von Lehrerinnen und Lehrern.
Zusammen mit Pfarrvikar Anton Heinz, Pfarrer Erhard Schupp, Diakon Alfred Trebes, Gemeindereferent Andreas Roderer, Gemeindereferentin Kathrin Ritter und unseren ehrenamtlichen Gottesdienstbeauftragten danke ich Ihnen für Ihren Dienst in und an der Kirche und für Ihre Unterstützung der MISEREOR-Fastenaktion. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen eine gute und gesegnete Fastenzeit. Bleiben Sie gesund und hoffnungsvoll!