Worte unseres Pfarrers

Liebe Mitglieder unserer Gemeinden, liebe Schwestern und Brüder,
die Tage werden kürzer, ein goldener Herbst geht zu Ende. Mit dem Oktober gehen erfahrungsgemäß auch die letzten schönen, warmen und sonnigen Tage. Im November denken wir an unsere Verstorbenen. Unsere Gedanken drehen sich um Tod und Vergänglichkeit. An Allerheiligen feiern wir die Verdienste aller Heiligen, die vor uns waren und von denen wir glauben, dass sie bei Gott Geborgenheit gefunden haben. Das Fest Allerseelen dient dem Gedenken an unsere Toten. Der Volkstrauertag vergegenwärtigt die vielen Millionen Toten von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror. Der November zeigt uns Menschen auf greifbare Weise die Grenzen unserer Existenz. Die Trauer um eine liebe Angehörige oder einen guten Freund, lässt die Frage nach dem Sinn und Zweck unseres Daseins in uns hochsteigen. Niemand, auch keine noch so moderne und fortgeschrittene Wissenschaft, findet auf diese Fragen eine befriedigende Antwort. Selbst die Bibel gibt uns keine konkrete Antwort auf Fragen, die über das Leben hinausgehen, und so heißt es im ersten Johannesbrief: „... was wir sein werden, ist noch nicht offenbar“. Worauf die Bibel aber eine ganz konkrete Antwort gibt, ist auf die Frage, was der Mensch ist. Der Mensch ist Kind Gottes! Dieses Verhältnis ändert sich auch nicht mit dem Tod, denn Gott hat uns als sein Abbild geschaffen. Dabei geht es nicht um das konkrete Aussehen, es geht vielmehr darum, dass der Mensch auf der Erde den göttlichen Auftrag weiterführen soll. Es geht darum, die Erde für alle Menschen lebenswert zu machen, Trauernden Trost zu spenden, keine Gewalt anzuwenden, Gerechtigkeit zu verkünden, Ungerechtigkeit ans Licht zu bringen, barmherzig zu sein und Frieden zu stiften.
Trotz der manchmal schwermütigen Gedenktage im November, können wir daher voller Hoffnung auf die Schöpfung Gottes schauen und dürfen mit Gewissheit sagen „unsere Toten sind an einem besseren Ort“. Wir dürfen sie bei Gott glücklich schätzen, dort wo sich wahres Menschsein erfüllt und wo alle Fragen des Lebens beantwortet werden.
So betrachtet, ist der November, ein Monat des Lebens. Ganz herzlich lade ich Sie zur Mitfeier der Gottesdienste und der Andachten auf unseren Friedhöfen ein. Ich danke Ihnen auch für die schöne Gestaltung der Gräber. Schon der griechische Staatsmann Perikles (493-429 v.C) hat es so formuliert: „Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht.“ Uns gilt der Auftrag, die Erinnerung lebendig zu halten und Wege des Friedens und des Lebens zu gehen.
Dazu wünsche ich Ihnen auch im Namen von Pfarrvikar Anton Heinz, Pfarrer Erhard Schupp, Diakon Alfred Trebes Gemeindereferent Andreas Roderer, Gemeindereferentin Kathrin Ritter und unseren Gottesdienstbeauftragten alles Gute und Gottes Segen
Pfarrer Detlef Pötzl