Zum Inhalt springen

Maria Maienkönigin

Maria Maienkönigin
Datum:
Veröffentlicht: 30.4.21
Von:
Claudia Beetz

Der Mai gilt als Marienmonat des katholischen Kirchenjahres. Das Kirchenjahr kennt eine Vielzahl an marianischen Festen und Gedenktagen. Auf besondere Weise verehrt die katholische Volksfrömmigkeit Maria im Rosenkranzmonat Oktober und im Marienmonat Mai. Die Gottesmutter Maria wird in der christlichen Spiritualität als Sinnbild für die lebensbejahende Kraft des Frühlings verstanden und als „Maienkönigin“ verehrt. Die Sonne verwandelt die Welt mit ihren Strahlen, die Natur erwacht nach der Winterpause zu neuem Leben, sie hüllt sich in kräftiges Grün und erblüht in faszinierender Farbenpracht – mit diesem Wunder des Frühlings wird Maria in Verbindung gebracht. Sie ist als Mutter des Messias, der den Tod besiegt und das Leben in Fülle bringt, der Inbegriff des neuen Lebens. Daher wird Maria als erste und schönste Blüte der Erlösung verehrt, sie symbolisiert den „Frühling des Heils“. Denn Maria war offen für Gott, sie gebar das Heil der Welt, das die Menschen ersehnen. Die Verbindung zwischen Maria und dem Frühling zeigt sich auch darin, dass auf der Südhalbkugel der Erde der November als Marienmonat gefeiert wird – wenn dort der Frühling in voller Blüte steht. Denn die prächtigen Blumen und Blüten symbolisieren Maria in ihrer Gnadenfülle, sie ist die „schönste Blume“.

Bereits im Mittelalter versuchte die Kirche, bestehende heidnische Maifeiern und Frühlingsfeste römischen und germanischen Ursprungs in christliche Feste umzudeuten. Aus dem Mittelalter stammt auch der Brauch, bestimmte religiöse Inhalte einen Monat lang in den Fokus zu rücken – so gab es im Juni die Verehrung des Herzens Jesu, im September beging man den „Schutzengelmonat“ und im November gedachte man schließlich der Toten. Der Mai und der Oktober erfuhren eine marianische Prägung.

Schon seit dem fünften Jahrhundert existiert eine reiche Marienfrömmigkeit. Etwa seit dem 17. Jahrhundert wird in der katholischen Kirche den ganzen Mai über Maria täglich besonders verehrt. Grundlage dieser Verehrung sind Marias gläubiges Vertrauen und ihr Ja zu Gottes Ruf. So wurde Maria zur Mutter aller Gläubigen und letztlich auch zum Urbild der Kirche. Papst Benedikt XVI. sagte dazu: „Je näher der Mensch Gott ist, desto näher ist er den Menschen. Das sehen wir an Maria. Der Umstand, dass sie ganz nahe bei Gott ist, ist der Grund dafür, dass sie auch den Menschen so nahe ist.“

Ganz herzlich laden wir zum Besuch der Maiandachten in unseren Gemeinden ein!