Zum Inhalt springen

Kirchenaustritte

Datum:
Veröffentlicht: 6.8.19
Von:
Bianca Gratzke

In der vergangenen Woche haben wir von fünf Gläubigen aus unseren Kirchengemeinden die Mitteilung erhalten, dass sie aus der Kirche ausgetreten sind. Das macht nachdenklich! Der Kirchenaustritt ist eine bewusste Entscheidung. Es mag viele Gründe geben, die für den einzelnen ausschlaggebend sind. Für unsere Gemeinden ist jeder Austritt schmerzlich, nicht nur wegen der Kirchensteuer. Wir wollen eine lebendige Glaubensgemeinschaft sein, vertreten hohe Ideale und Ziele und wissen uns getragen von unserem Glauben. Es ist schade, dass wir es nicht schaffen, für alle attraktiv und einladend zu bleiben. Allen, die sich mit dem Gedanken eines Kirchenaustritts beschäftigen, kann ich nur anbieten, ins Gespräch zu kommen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf. Außerdem ist der Wiedereintritt immer eine Option. Die Tür steht offen! Dass es auch in anderen Kirchengemeinden – und auch in der evangelischen Kirche hohe Austrittszahlen gibt, war in den vergangenen Wochen zu lesen:

Zahl der Katholiken im Erzbistum Bamberg sinkt auf 669.115

Die Zahl der Katholiken im Erzbistum Bamberg ist im Jahr 2018 auf 669.115 gesunken. Ursache dafür ist, dass deutlich mehr Sterbefälle (7141) und Austritte (6398) verzeichnet wurden als Taufen (4609), Eintritte (46) und Wiederaufnahmen (149). Nachdem die Zahl der Austritte in den vergangenen Jahren stagniert oder sogar gesunken war, liegt sie 2018 wieder auf einem neuen Höchststand. Erzbischof Ludwig Schick zeigte sich besorgt über die hohe Zahl der Austritte. Sie seien in vielen Fällen die Reaktion auf die schlimmen Missbräuche, die im vergangenen Jahr infolge der MHG-Studie bekannt wurden; die Taten liegen zwar zum großen Teil Jahrzehnte zurück, werden aber jetzt gemeldet. „Die tieferliegende Ursache für die Kirchenaustritte dürfte aber die zurückgehende Kirchenbindung sein“, sagte Schick. „Wir müssen alles tun, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, so dass die Kirche wieder einen festen Sitz im Leben der Menschen bei uns bekommt.“ Erfreut zeigte sich Schick über die um zwei Prozent auf 4609 gestiegene Zahl von Taufen, die im Jahr zuvor auf 4517 gesunken war. Ebenfalls um zwei Prozent stieg die Zahl der Trauungen von 1255 auf 1281, während bei den Erstkommunionen (-1,6 Prozent auf 4823) und Firmungen (-11,1 Prozent auf 3721) Rückgänge verzeichnet wurden