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Gott ganz groß und ganz klein

Andreas Roderer
Datum:
Veröffentlicht: 29.4.25
Im Mai zeigt sich die Natur in ihrer ganzen Vielfalt, was zum Staunen und Fragen über das Leben und seine Ursprünge anregt. Glaube und Naturwissenschaft stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern eröffnen gemeinsam neue Perspektiven auf die Schöpfung. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse wecken Demut und verdeutlichen, wie wertvoll und schützenswert unsere Erde ist.

Liebe Gemeindemitglieder im Seelsorgebereich Frankenwald,

bei einem Spaziergang im Mai wird mir klar: Der Mai ist die Vollendung des Frühlings. Das Leben explodiert in seiner Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Manche setzen sich ins Gras und schauen genau hin: Was wächst und kriecht denn da? Was kann ich vielleicht auch mit Namen benennen? Wir werden zu kleinen Forschern. Und schnell kommen weitere Fragen: Wie ist das Lebewesen aufgebaut und wie funktioniert es? Aus was besteht das Leben? Und der gläubige Mensch fragt weiter nach einem Schöpfer, der hinter allem Leben steckt. Ist es Gott, der alles erschaffen hat, der alles lenkt und in der Welt handelt? Die Naturwissenschaften haben bereits vieles in der Welt und im Himmel erforscht, Naturgesetze entwickelt und sogar das sogenannte Gottesteilchen gefunden (das Higgs-Boson Elementarteilchen). Ein Beweis für die Existenz Gottes in der Welt? Die Wissenschaftler der Teilchenphysik machen jedoch deutlich, dass die Benennung „Gottesteilchen“ missverständlich von der Presse so benannt wurde. Jedoch sagen sie auch: Jede Entdeckung verweist darauf, dass es noch mehr geben muss.

Für mich sind Glaube und Naturwissenschaft keine Gegensätze, weil mir die Naturwissenschaft etwas über den Schöpfer erzählt. Sie erzählt mir etwas davon, wie groß und weit, wie schön und wie vielfältig Gott die Welt und uns in unvorstellbarer Weise erschaffen hat. Für mich bedeutet die wissenschaftliche Lehre Demut. Zum einen erfahre ich als Mensch, wie groß ich bin – ich verstehe nämlich etwas von unserer Welt und dem riesengroßen Kosmos, der uns umgibt. Und andererseits wie klein ich bin, völlig unbedeutend im unendlichen Universum. Und beides lehrt mich, was für ein tolles Geschenk die Erde ist. Ein absolut ausgezeichneter einzigartiger Ort, den es zu bewahren gilt.

„Gott ganz groß und ganz klein“ könnte man sagen, wenn man sich bei einem Spaziergang einmal in die Wiese setzt und genauer hinsieht. Probieren Sie es doch mal aus!

Ihr Andreas Roderer
Gemeindereferent